{"id":596,"date":"2010-07-28T07:12:03","date_gmt":"2010-07-28T07:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.antoniamichaelis.de\/?p=596"},"modified":"2010-07-28T07:12:03","modified_gmt":"2010-07-28T07:12:03","slug":"das-ideale-eis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/das-ideale-eis\/","title":{"rendered":"Das ideale Eis"},"content":{"rendered":"<p>Der Sommer hat uns, ,und seit einer Weile sind wir auf der Suche nach dem besten aller m\u00f6glichen Kleinkinder-Eise. Aber in dieser besten aller m\u00f6glichen Welten ist das gar nicht leicht.<br \/>\nIch m\u00f6chte ein Kleinkindereis, das die Konsistenz von Beton hat, nicht klebt, nicht schmilzt und m\u00f6glichst die Dinge, die es dennoch bekleckert, selbst w\u00e4scht. Diese Beschreibung trifft auf unsere Waschmaschine zu, aber die schmeckt, wenn man daran leckt, m\u00e4\u00dfig gut (wir haben es probiert).<br \/>\nAls ich klein war, wollte ich immer diese Sorte Eis haben, die man aus einer Papptube quetschen muss. Sie wissen schon, erst w\u00e4rmt man die Tube in den H\u00e4nden, dann dr\u00fcckt man sie rhythmisch aus und lutscht daran \u2026 erst k\u00fcrzlich wurde mir bewusst, dass diese Sorte Eis eventuell nicht jugendfrei ist, aber meine Mutter hat das Eis damals schon verboten. Den Rest musste man n\u00e4mlich umst\u00e4ndlich aus der Papptube trinken \u2026 das Eis gab es in gr\u00fcn, rot und gelb. Meine Kleidung und meine Haare gab es hinterher auch in gr\u00fcn, rot und gelb. Heute gibt es das Eis nur noch in braun, und ich kann seinen Erwerb politisch nicht mehr billigen.<br \/>\nBei unserem ersten Strandausflug mit der Murmel kommt also der Eiswagen vorbeigekullert, \u201eda! Da!\u201c, schreit die Mumel. \u201eNamnam!\u201c Und m\u00f6chte statt ihres \u201eEima\u201cs jetzt dringen ein \u201eHei\u00df\u201c.<br \/>\nUnd ich habe eine geniale Idee. Ich kaufe ein Edd-von-Schleck-Eis, die wohnen in einem  Plastikzylinder, und man kann sie mit dem Plastikstil oben rausschieben. Dass das Eis vermutlich auch aus Plastik besteht, ist mir egal, vermutlich sind viele Konservierungsstoffe drin, da h\u00e4lt dar Kind sich l\u00e4nger. Zun\u00e4chst sitzt die Murmel auch ganz gl\u00fccklich da und Edd-von-schleckt, das ganze Gesicht ins Eis getaucht. Aber weiterhochschieben kann sie es nicht, jetzt kommt sie nicht mehr dran, vor lauter \u00c4rger bei\u00dft sie in den Plastikrand, der schmeckt nicht, das Eis ist bl\u00f6d, das Eis ist schuld, das Eis muss bestraft werden \u2013 das Eis fliegt mit einem ungl\u00fccklichen Aufschrei in den Sand. Abbei\u00dfen vom benachbarten Cornetto ist auch nicht das Wahre, das ist zu kalt an den Z\u00e4hnen. Der Tag ist im \u201eEima\u201c.<br \/>\nBeim n\u00e4chsten Strandbesuch versuchen wir es mit Wassereis am Stil. Leider findet die Murmel, man m\u00fcsste es von der Mitte aus essen, quer, und w\u00e4hrend sie das versucht, schmilzt das Eis nach beiden Seiten weg. Der doofe Klimawandel. St\u00fccke fallen ab, wir versuchen, zu helfen, sie unterstellt uns, dass wir das Eis stehlen wollen, und schon wieder ist der Tag im Eima.<br \/>\nBesser, wir gehen von jetzt an zum Eisessen ins Caf\u00e9. Hier gibt es das Eis in Begleitung von Apfelstrudel. Naja, die \u00c4pfel sind der Murmel zu gesund, die kaut sie nur ein bisschen durch, danach darf ich sie esse. Die Sahne isst sie \u2013 und das Vanilleeis? Ist dies das ideale Eis? Ja! Ideal daf\u00fcr, es ordentlich mit dem L\u00f6ffel auf den Rattenstuhl zu l\u00f6ffeln und dort in die Ritzen einzuarbeiten, wo es irgendwann zu einer Schimmelkultur werden wird und vielleicht unbekannte Lebensformen darin einziehen, um die Welt zu erobern.<br \/>\nBeim n\u00e4chsten Supermarkteinkauf erstehe ich ein Eis, das aus lauter kleinen roten und gelben Kugeln besteht, wie Styropor. Man bekommt es in einer Dose mit einem Schieber oben seitlich. Aus der \u00d6ffnung kann man sich die Eiskugeln in den Mund sch\u00fctten. Jedenfalls k\u00f6nnte man das, wenn man drei\u00dfig Zentimeter vorstehende Lippen und eine zwei Meter lange Zunge h\u00e4tte. Eindeutig ein Eis f\u00fcr Au\u00dferirdische. Die Murmel klemmt ihre Finger in der \u00d6ffnung ein und schreit. Schlie\u00dflich setzt sie sich mitten auf den Parkplatz, dreht die Dose um und sch\u00fcttelt: Der Asphalt ist bedeckt mit roten und gelben Wassereiskugeln, die die Murmel alle sorgf\u00e4ltig vom Boden aufliest und isst. Ich versuche, die Blicke der anderen Eink\u00e4ufer zu ignorieren. Bei uns zu Hause hei\u00dft es n\u00e4mlich nicht: \u201eWas auf den Boden f\u00e4llt, isst man nicht\u201c, sondern \u201eWas man auf den Boden schmei\u00dft, muss man trotzdem essen.\u201c<br \/>\nAlso jetzt reicht es. Von nun an gibt es Eis nur noch zu Hause, im Hochstuhl. Am offenen Fenster, also auch in der Sonne, immerhin. Drau\u00dfen auf dem Fensterbrett f\u00fcttern wir gew\u00f6hnlich die Katzen. Zur Zeit sind es acht, sechs davon in Handy-Gr\u00f6\u00dfe. Und als ich nach einer Weile wieder hinsehe, haben sie getauscht: Die Katzen lecken die Schale der Murmel leer, die Murmel isst voller Begeisterung \u2026 Brekkis. Sie haben die Konsistenz von Beton, schmelzen nicht und kleben nicht, und sie s\u00e4ubern auch alles, was sie trotzdem bekleckern: Die Katzen sammeln die restlichen Kr\u00fcmel auf. Brekkis sind das ideale Eis.<br \/>\nIch werden an Langnese schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Speiseeis ist nicht ungef\u00e4hrlich. Mein Vorschlag zur Rettung der globalen Elternschaft ist eine Fusionierung von Langnese mit Kitekat &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,18],"tags":[],"class_list":["post-596","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-murmelkind","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=596"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}