{"id":696,"date":"2011-11-10T09:32:25","date_gmt":"2011-11-10T07:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.antoniamichaelis.de\/?p=696"},"modified":"2017-01-20T05:46:18","modified_gmt":"2017-01-20T03:46:18","slug":"das-phone-im-memoriam-loriotii-zur-zeit-mal-keine-blogs-sondern-sketche-why-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/das-phone-im-memoriam-loriotii-zur-zeit-mal-keine-blogs-sondern-sketche-why-not\/","title":{"rendered":"Das .phone &#8211; in memoriam Loriotii &#8211; zur Zeit mal keine Blogs, sondern Sketche, why not"},"content":{"rendered":"<p>Das .phone<br \/>\n(Papa, Mama, ihre Freundin, Tochter, gro\u00dfer Sohn)<\/p>\n<p>(Mama und ihre Freundin sitzen am gedeckten Kaffeetisch.)<br \/>\nTochter (geht mit dem Staubsauber und Kopfh\u00f6rern durch, den Kopf im Takt der Musik bewegend, saugend, verschwindet im Nebenzimmer)<br \/>\nP (kommt mit etwas unsichtbarem in der Hand herein): Sensationell, sen-sa-tionell!<br \/>\nM: Heinz, sagst du mal eben Guten Tag? Das ist Flusi.<br \/>\nF (erhebt sich): Florentine Meier, Freunde sagen Flusi (lacht etwas peinlich ber\u00fchrt), Gertsi und ich kennen uns vom Fitness \u2026<br \/>\nP: Gertsi?<br \/>\nF: Ihre Gattin?<br \/>\nP: Meine Gattin hei\u00dft Gertrud. Mein Name ist Heinz. (guckt auf seine Hand) Sen-sa-tio-nell!<br \/>\nF und M: Was denn?<br \/>\nP: Na hier!<br \/>\nM: Was \u2013 hier?<br \/>\nP: Ich habe soeben das neue .- phone als Testger\u00e4t vom Hersteller erhalten. Das ist die j\u00fcngste Generation der i-phone, \u00e4h, i-ph\u00f6ner \u2026 i-phonten? Es hei\u00dft nicht mehr i-phone, das i ist quasi weg-rationalisiert worden, geblieben ist nur der Punkt, aber der wird nicht mitgesprochen \u2026 nur so als stumme Silbe, \u00e4h \u2026 also das .phone \u2026 Es ist NOCH kleiner und leichter als die \u00fcbrigen, sehen Sie mal \u2026<br \/>\nF: Ach. Das kann man ja gar nicht mehr \u2026 wo IST es denn?<br \/>\nP: Winzig, nicht wahr? Aber technisch hochbegabt. HOCHbegabt. Es kann ins Internet gehen und gleichzeitig Auraphotographie UND Kino \u2026 Kino kann es auch \u2026<br \/>\nM: Aber da sieht man doch gar nichts!<br \/>\nP: Frauen verstehen eben nichts von solchen Dingen. ICH bin begeistert von meinem .phone \u2013 ein wahres Wunderwerk moderner Elektro \u2026 dings. Es kann auch Konferenzschaltungen, ganz leicht, man gibt einfach einen Code und eine siebenstellige Nummer ein \u2026 hier \u2026 Moment \u2026 dann kann man mit bis zu vier Leuten gleichzeitig sprechen, bei der Eingabe einer dreizehnstelligen Nummer sogar mit bis zu neun Leuten \u2026<br \/>\nM: Wie soll man die denn verstehen, wenn sie alle durcheinander reden?<br \/>\nP: Darum geht es nicht. Sehen Sie mal (zu F. ) \u2026 hier gibt man das pers\u00f6nliche Geheimwort ein, es muss aus 25 Buchstaben bestehen, die jeder nur einmal vorkommen \u2026 wo hab ich denn den Zettel mit dem Wort (steigt \u00fcber Kaffeetisch, um unter den Sofakissen nachzusehen) Halten Sie mal (gibt F das .phone)<br \/>\nF (beugt sich \u00fcber das .phone): Goldig.<br \/>\nM: Also, Flusi und ich wollten eigentlich gerade den Kuchen anschneiden \u2026 nimmst du Milch in den Kaffee, Flusi?<br \/>\nF: Danke, Gertsi, nein. Milch macht zu dick \u2026<br \/>\nP: (steigt umst\u00e4ndlich zur\u00fcck) Und NACH der Eingabe des pers\u00f6nlichen Geheimwortes kann man dann hier die Teilnehmer der Konferenz miteinander verschalten \u2026 und sieht von jedem ein Photo \u2026 da \u2026 nee \u2026.<br \/>\nF: Tats\u00e4chlich.<br \/>\nM: Den Kuchen habe ich selbst geh\u00e4kelt \u2026 h\u00e4kelst du auch?<br \/>\nF: Nee \u2026 (ist eher am .phone interessiert)<br \/>\nP: Das muss der falsche Code gewesen sein \u2026 es will jetzt auf Karaoke-Modus umstellen \u2026 kann ich nochmal eben .. (steigt wieder \u00fcber den Tisch, w\u00fchlt in den Sofakissen) Gertrud! Du hast die Zettel mit den Codew\u00f6rtern ver\u00e4umt!<br \/>\nG: Ich habe gar nichts verr\u00e4umt! Sahne?<br \/>\nF: Nee \u2026<br \/>\nP: Da! (h\u00e4lt einen sehr kleinen Zettel hoch) Das muss der Zettel sein, der mitgeliefert wurde! (Zettel f\u00e4llt ihm in die Sahne) Hoppla! Entschuldigen Sie \u2026 (sucht im Sahnetopf)<br \/>\nM: Ja, Flusi wollte gerade von ihrem neuen Meerschweinchen erz\u00e4hlen \u2026<br \/>\nF: Goldhamster \u2026 haben Sie ihn gefunden?<br \/>\nP: Hier! (h\u00e4lt den verklebten Zettel hoch, leckt ihn sauber) Sehen Sie, das ist das richtige Geheimwort \u2026 wenn jetzt also gleich meine Firma anruft, kann ich ganz einfach und bequem mit ihnen konferieren \u2026 wir haben da ein wichtiges Treffen mit einer anderen Firma aus China \u2026 oder eben KEIN Treffen, Treffen werden ja unn\u00f6tig mit dem neuens .phone, und das \u00fcbersetzt auch synchron \u2026<br \/>\nM (sauer): Dann kann ich ja ab jetzt mit Flusi \u00fcber das .phone konferieren, statt mich mit ihr zum Kaffee zu treffen.<br \/>\nP (versteht die Ironie nicht) Richtig, richtig! Selbst der Kuchen w\u00e4re auf Knopfdruck durch diesen KLEINEN Trichter einf\u00fcll-und verschickbar \u2026<br \/>\nF: Ach.<br \/>\nM (noch immer sauer) Der Goldhamster auch?<br \/>\nP: Das zwar nicht, aber man k\u00f6nnte ihn H\u00d6REN, in der Konferenzschaltung kann man ja bis zu neun Kan\u00e4le \u2026<br \/>\nF: NEUN Goldhamster? Ich habe doch aber nur einen!<br \/>\nP: WENN aber zum Beispiel der Hamster Junge bek\u00e4me, K\u00d6NNTEN sie mit dem neuen .phone \u2026<br \/>\nHuch! (das Ding ist offenbar runtergefallen) Wo ist es jetzt?<br \/>\n(Alle beginnen, suchend durchs Wohnzimmer zu kriechen)<br \/>\nDa \u2026 nee \u2026 vielleicht hier \u2026 ich hab\u00b4s! Nee, war nur ein Staubfussel \u2026 hier? Auch nicht \u2026<br \/>\nTochter (kommt mit Kopfh\u00f6rern und Staubsauger herein)<br \/>\nStaubsauger: Sssst!<br \/>\nP (rei\u00dft den Stecker raus) Nicht! Das .phone!<br \/>\nT (nimmt Kopfh\u00f6rer ab): Das WAS?<br \/>\nF: Das neueste Technikwunder des Jahrtausends, mit Internat, ich meine: Internet, Auraphotographie, Kino UND Konferenzschaltungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr bis zu acht ..<br \/>\nP: Neun!<br \/>\nF: \u2026 neun Teilnehmer!<br \/>\nTelefon (klingelt im Staubsauber)<br \/>\n(Alle gucken betreten auf den Staubsauger)<br \/>\nP: Das sind sie! Die Kollegen von der chinesischen Firma! Ach Gott Trudi, gib doch mal her (rei\u00dft ihr den Staubsauger aus den H\u00e4nden, geht damit ins Nebenzimmer, knallt die T\u00fcr zu) Ja? Ja, danke, ich sitze SEHR bequem. Das neue .phone ist eben doch ein Wunder an Praktikabilit\u00e4t \u2026 ja, ich schreibe mit \u2026<br \/>\nSohn: Wo is\u00b4n Papa?<br \/>\nM (sauer): Dein Vater ist in seinem Zimmer. St\u00f6r ihn jetzt nicht, er ist in einer wichtigen Konferenz mit neun chinesischen Goldhamstern.<br \/>\nF: Mit dem neuen .phone ist das m\u00f6glich, es synchronisiert auch die Hamster \u2026 im Internet \u2026 ganz bequem und praktisch.<br \/>\nSohn: Cool. (er rei\u00dft die T\u00fcr zum Nebenzimmer auf. Dort sitzt Papa und h\u00e4lt den Staubsaugerr\u00fcssel zwischen Ohr und Schulter geklemmt, wobei er in eine andere \u00d6ffnung des Staubsaugers hineinspricht, einen Block zwischen Staubsauger und Knien, den Stift in verkrampfter Haltung, hektisch kritzelnd, w\u00e4hrend aus dem Inneren des Staubsaugers ein unverst\u00e4ndliches Stimmengewirr in mehreren Sprachen ert\u00f6nt, au\u00dferdem das Quieken von mindestens einem Hamster)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das .phone (Papa, Mama, ihre Freundin, Tochter, gro\u00dfer Sohn) (Mama und ihre Freundin sitzen am gedeckten Kaffeetisch.) Tochter (geht mit dem Staubsauber und Kopfh\u00f6rern durch, den Kopf im Takt der Musik bewegend, saugend, verschwindet im Nebenzimmer) P (kommt mit etwas unsichtbarem in der Hand herein): Sensationell, sen-sa-tionell! M: Heinz, sagst du mal eben Guten Tag? &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/das-phone-im-memoriam-loriotii-zur-zeit-mal-keine-blogs-sondern-sketche-why-not\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas .phone &#8211; in memoriam Loriotii &#8211; zur Zeit mal keine Blogs, sondern Sketche, why not\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=696"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":736,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696\/revisions\/736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}