{"id":740,"date":"2018-09-03T17:39:10","date_gmt":"2018-09-03T15:39:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.antonia-michaelis.de\/?p=740"},"modified":"2018-10-04T20:05:15","modified_gmt":"2018-10-04T18:05:15","slug":"einkaufen-in-madagaskar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.antonia-michaelis.de\/blog\/einkaufen-in-madagaskar\/","title":{"rendered":"Einkaufen in Madagaskar"},"content":{"rendered":"<p>Ich glaube, alle Kleider aus der Altkleidersammung Deutschlands landen irgendwann auf dieser Insel. Dort werden sie ein wenig aufpoliert (oder auch nicht) und auf den M\u00e4rkten verkauft.<\/p>\n<p>Ich halte bei jedem Stand Ausschau nach Dingen, die ich einmal weggegeben habe, und ich bin mir sicher, ich werde welche finden \u2026<\/p>\n<p>Hosen werden zum Zweck der besseren Ausstellung auf halbe Schaufensterpuppen gezogen. Die Puppen existieren nur von der H\u00fcfte abw\u00e4rts und sind mit Luft gef\u00fcllt. Ich muss sagen, es hat schon was, wenn man einer w\u00fcrdigen madegassischen Verk\u00e4uferin dabei zusieht, wie sie sich ernsthaft \u00fcber so einen aufblasbaren Popo beugt, um in die eine Pobacke etwas mehr Luft zu pusten &#8230;<\/p>\n<p>Leider brauchen wir gar keine Kleider.<\/p>\n<p>Wir brauchen Teppiche.<\/p>\n<p>Wir haben ein Haus, ein wundersch\u00f6nes gemietetes Haus, samt Bediensteten (die muss man haben, sonst ist man geizig), nur ist es leer. Ich \u00fcberlege ernsthaft, es mit aufblasbaren Popos zu f\u00fcllen, damit es gem\u00fctlicher wird, doch der Vorschlag st\u00f6\u00dft nicht auf die Liebe unserer Haush\u00e4lterin, der Nounou.<\/p>\n<p>Also st\u00fcrzen wir uns ins Gewimmel der Marktgassen von Antsirab\u00e9, um M\u00f6bel zu kaufen. Wir brauchen, sagen wir, Betten.<\/p>\n<p>Wieso?, fragt sie erstaunt. Da sind doch Betten. Ja, sagen wir. Zwei. Wir sind sechs Leute.<\/p>\n<p>Ach so, und die brauchen mehr als zwei Betten? Europ\u00e4er sind komisch, aber sie seufzt und f\u00fchrt uns zu einer Tischlerei. Als wir auch noch einen Tisch haben m\u00f6chten, sch\u00fcttelt sie den Kopf. Es gibt in den 15 Zimmern des Hauses doch schon einen Tisch!<\/p>\n<p>Wir wagen nicht, St\u00fchle zu kaufen. Es gibt ja schon zwei.<\/p>\n<p>Wir h\u00e4tten gerne M\u00fclleimer mit Deckel f\u00fcrs Bad \u2026 und zwei Eimer \u2026 Gut, sagt sie, dann kann man die Eimer auch gleich als M\u00fclleimer benutzen, mehr gibt\u2019s nicht. Wir f\u00fcgen uns sch\u00fcchtern.<br \/>\nNach sechs Stunden Einkaufen kommen wir mit zwei Eimern und vier Bastpapierk\u00f6rben nach Hause. Es sieht jetzt \u2026 irgendwie nicht voller aus. Aber unsere Nounou h\u00e4tte Innenarchitektin werden sollen. Minimalistisch ist schlie\u00dflich modern.<\/p>\n<p>Dann der Durchbruch: Wir d\u00fcrfen einen K\u00fchlschrank und einen Wasserkocher kaufen. Der Wasserkocher, ehrlich gesagt, funktioniert nicht. Ob der K\u00fchlschrank geht, wissen wir nicht, wir stecken ihn n\u00e4mlich nicht ein. Es ist auch gar kein Strom da im Moment. Als der Strom wieder kommt, lassen wir das mit dem Einstecken lieber, um uns Entt\u00e4uschung zu ersparen.<\/p>\n<p>Aber IM K\u00fchlschrank sind die Butter und die Mandarinen ameisensicher. Ehrlich gesagt: Wir werden diesen K\u00fchlschrank ohne Strom nutzen. Er funktioniert so n\u00e4mlich hervorragend. Wenn wir den Wasserkocher vielleicht einfach ohne Wasser \u2026?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaube, alle Kleider aus der Altkleidersammung Deutschlands landen irgendwann auf dieser Insel. Dort werden sie ein wenig aufpoliert (oder auch nicht) und auf den M\u00e4rkten verkauft. 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